Gesundheit geht durch den Darm

Was "gute" Bakterien für unsere Gesundheit tun können



Zunächst ein paar Fakten:
  • 80% der menschlichen Immunleistung wird vom Darm erbracht. Obwohl im Körperinnern ist unsere Darmschleimhaut unsere größte Kontaktfläche zur Außenwelt. Hier bekommen die Immunzellen den ersten Kontakt zu von außen eindringenden Bakterien. Hier wird entschieden, ob Freund oder Feind.
  • in unserem Darm leben 10 - 100 mal mehr Bakterien als wir insgesamt Körperzellen haben
  • der Zustand der Schleimhaut ist entscheidend für die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente
  • Verdauungsstörungen können ihre Ursache in einer gestörten Darmflora haben.
  • eine Behandlung mit Antibiotika kann die Arbeit der "guten" Bakterien empfindlich stören
  • eine gesunde Darmflora unterstützt die Entgiftungsfunktion unseres Körpers und entlastet somit unsere Leber
DarmsanierungUm eine geschädigte Darmflora wieder ins Lot zu bringen, kann eine Darmsanierung helfen. Dabei werden gezielt "gute" Bakterien zugeführt, um die "bösen" zu vertreiben. Wir helfen Ihnen gern bei der Auswahl der für Sie richtigen Produkte.

Manchmal ist es sinnvoll zunächst eine "Bestandsaufnahme" zu machen. Eine naturheilkundliche Stuhlanalyse zeigt auf, wie der Zustand Ihrer Darmflora beschaffen ist. Sie erhalten Antwort auf die Fragen, wie viele "gesunde" Bakterien sind vorhanden bzw wieviele "krankmachende" Bakterien haben sich angesiedelt. Außerdem wird untersucht, ob eine Pilzbesiedlung vorliegt.

Eine solche Stuhlanalyse können Sie gerne bei uns durchführen lassen.
Mit dem Testergebnis in der Hand kann ich dann eine speziell auf Sie zugeschnittene Darmsanierung zusammenstellen.

Ihre Ansprechpartnerin:


Christine Fritsch
Apothekerin und Heilpraktikerin, Zusatzqualifikation Ernährungsberatung
Momentum Apotheke am Kaserneneck.

Holen Sie sich ein Stück Wohlbefinden.




Darmsanierung

Bakterien, die verkannten Genies



Jahrzehntelang wurden Bakterien als Feinde des Menschen gefürchtet und gnadenlos bekämpft. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft bestätigt, was viele ganzheitlich denkende Ärzte und Patienten schon lange wussten: Bakterien haben es verdient differenzierter betrachtet zu werden. Sie sind nicht nur Krankheitserreger sondern auch Gesundheitserreger. Die Ärzte des Arbeitskreises für Mikrobiologische Therapie und tausende weiterer Therapeuten nutzen dieses Wissen bereits seit über fünfzig Jahren und heilen mit Bakterien. Ausgewählte Bakterien wie E. coli und Enterokokken werden eingesetzt, um das gestörte Abwehrsystem wieder ins Lot zu bringen. Andere Bakterienarten, die sogenannten Milchsäurebakterien, wie Bifidobakterien oder Laktobazillen, werden verwendet, um das Milieu im Darm zu normalisieren und ein harmonisches Miteinander unter den Bakterien der Darmflora wiederherzustellen.

Eigenschaften wichtiger Bakterien im Verdauungstrakt

Die Behandlung mit Bakterien basiert auf der Erkenntnis, dass "gesundheitserregende" Bakterien auf den Schleimhäuten lebenswichtige Funktionen ausüben. Dazu gehört an erster Stelle das permanente Training des Immunsystems. Tierexperimentelle Untersuchungen mit keimfreien Tieren haben eindrucksvoll belegt, dass ohne die Anwesenheit von Bakterien im Körper die Entwicklung eines funktionierenden Abwehrapparates unterbleibt und der Organismus Krankheitserregern schutzlos ausgeliefert ist. Selbst harmlose Bakterien führen bei keimfrei aufgezogenen Tieren zu tödlichen Infektionen. Ohne Bakterien gibt es also kein funktionierendes Immunsystem!

Neben ihrer Tätigkeit als Sparringspartner des Immunsystems, errichten "freundliche" Bakterien Barrieren gegen Krankheitserreger, die regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine Infektion wird verhindert, weil die Eindringlinge keine "freien Plätze" an der Schleimhaut vorfinden und unverrichteter Dinge wieder ausgeschieden werden. Schließlich tragen bestimmte Bakterienarten dazu bei, dass die Darmschleimhaut optimal mit Nährstoffen versorgt wird und andere Bakterien sind in der Lage lebenswichtige Vitamine zu produzieren.

Probiotika – heilen mit Bakterien

All diese wichtigen, zum Teil sogar lebenswichtigen Funktionen von Bakterien, werden im Rahmen einer Mikrobiologischen Therapie nachgeahmt – heilen mit Bakterien! Die Präparate die dabei eingesetzt werden, nennt man Probiotika (pro bios = für das Leben). Dabei müssen aber verschiedene Typen von Probiotika unterschieden werden, denn allzu leicht kann durch die Werbeaussagen einiger Joghurthersteller der Eindruck entstehen, probiotische Joghurts seien quasi Arzneimittel und dazu geeignet Krankheiten zu heilen:

Medizinische Probiotika: Mikrobiologische Therapeutika, deren Wirkstoffe aus lebenden und/oder abgetöteten Mikroben (meist E.coli und Enterokokken) bestehen (Arzneimittel). Pharmazeutische Probiotika: Von der pharmazeutischen Industrie hergestellte mikrobiologische Ernährungsprodukte, die gefriergetrocknete Milchsäurebakterien enthalten (meist Nahrungsergänzungen).

Alimentäre Probiotika: Mikrobenkulturen oder -anreicherungen als gesundheitsunterstützende Stoffe in Nahrungsmitteln (meist Joghurt), die von der Lebensmittelindustrie hergestellt werden.

Während im Rahmen einer Mikrobiologischen Therapie medizinische und pharmazeutische Probiotika eingesetzt werden, leisten alimentäre Probiotika einen sinnvollen Beitrag für eine gesunde Ernährung; Joghurt als Heilmittel anzusehen ist allerdings schlichtweg Unsinn!

Bei welchen Erkrankungen ist eine Mikrobiologische Therapie sinnvoll?

Da Probiotika regulierend auf das Immunsystem einwirken, werden sie sowohl eingesetzt bei Krankheiten bei denen Abwehrschwächen im Vordergrund stehen (immer wiederkehrende Infekte, Pilzerkrankungen und andere) als auch bei Allergien, bei denen das Abwehrsystem übertrieben arbeitet. Neben der Behandlung akuter Infekte sind es vor allem chronische oder chronisch rezidivierende (immer wiederkehrende) Erkrankungen, bei denen eine Mikrobiologische Therapie durchgeführt wird:
  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
  • Pollinosis (Heuschnupfen)
  • Urtikaria (Nesselfieber)
  • Abszesse und Furunkel Infekte der Atemwege (Mandelentzündung, Nasennebenhöhlen- oder Stirnhöhlenentzündungen, Bronchitis und andere)
  • Meteorismus (Blähungen), Diarrhoe (Durchfall), Obstipation (Verstopfung)
  • Colon irritabile (Reizdarmsyndrom)
  • Pilzerkrankungen ( Scheidenpilz, Hautpilz, Candida-Besiedlung des Darmes).
Die Mikrobiologische Therapie - ein Mehrkomponentensystem

Verschiedene Bakterien haben unterschiedliche Wirkungen. So bewerkstelligen E. coli und Enterokokken eine intensive Regulierung des Immunsystems. Milchsäurebakterien, wie Bifidobakterien oder Laktobazillen hingegen wirken vor allem regulierend auf das Milieu des Darmes ein und normalisieren dort die Zusammensetzung der Darmflora. Hinzu kommt, dass die Wirkungsweise von E. coli und Enterokokken variiert, je nachdem ob die Bakterien in lebender oder abgetöteter Form zugeführt werden. Schließlich entscheidet auch die Herkunft der therapeutisch eingesetzten Bakterienstämme über den Einfluss auf das Abwehrsystem: so wirken Probiotika aus körpereigenen E.coli-Bakterien des Patienten (Autovaccine, sprich "Autovakzine") auf eine ganz besonders individuelle und sehr intensive Weise regulierend auf das Immunsystem.

Diese Ausführungen sollen verdeutlichen, dass unterschiedliche Erkrankungen auch unterschiedliche Anforderungen an Probiotika stellen. Aus den langjährigen Erfahrungen und Forschungen unseres Arbeitskreises heraus, wurde deshalb eine ganze Palette an unterschiedlichen Probiotika entwickelt. Je nach Schwere, Dauer und Art der Erkrankung des einzelnen Patienten werden die passenden "probiotischen Komponenten" zusammengestellt. Therapieerfolg durch Vielfalt!

Basistherapie

Die Basis der Mikrobiologischen Therapie stellen medizinische Probiotika aus E. coli und Enterokokken dar. Verschiedene Präparate enthalten diese Bakterien in abgetöteter und lebender Form: ProSymbioflor besteht aus inaktivierten E.coli und Enterokokken und wird in der sogenannten Vorphase zur Vorbereitung auf die Gabe von Lebendkeimen eingesetzt. Im Anschluss daran erfolgt die Mikrobiologische Therapie der Phase 1 mit der Gabe von lebenden Enterokokken (Symbioflor 1). Abgeschlossen wird die Mikrobiologische Therapie schließlich mit der Phase 2, d.h. dem gleichzeitigen Einsatz von lebenden Enterokokken (Symbioflor 1) und lebenden E. coli (Symbioflor 2).

Therapieintensivierung

Bei schweren und langwierigen Krankheitsverläufen besteht die Möglichkeit aus patienteneigenen E. coli-Bakterien (isoliert aus Stuhlproben) ein hochwirksames Individualarzneimittel zur intensivierten Immunregulation, eine Autovaccine, anfertigen zu lassen. Autovaccinen werden, dann begleitend zur Basistherapie, in den Phasen 1 und 2 eingesetzt.

Ergänzende Therapie

Bei Allergien, Pilzerkrankungen sowie bei Erkrankungen und Störungen des Magen-Darm-Traktes vermag die ergänzende Behandlung mit Milchsäurebakterien das mikrobielle Gleichgewicht im Darm zu regulieren.

Wie lange dauert eine Mikrobiologische Therapie?

Die Behandlungsdauer richtet sich letztlich nach der Schwere und Dauer der Erkrankungen und nach dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die Mikrobiologische Therapie. In aller Regel liegt sie bei sechs bis neun Monaten - in schweren Fällen allerdings auch darüber hinaus.
Die Mikrobiologische Therapie ist ein regulierendes Verfahren, sie gibt dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe, das heisst sie unterstützt die Selbstheilungskräfte des Patienten und beseitigt das Übel an der Wurzel! Durchhalten wird belohnt!

Quelle: Arbeitskreis für Mikrobiologische Therapie in Herborn



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